TVL 2006: Krötenschlucken?! – Flugblatt zum Uni-Streik der FAU Hannover

Hintergrund zum Unistreik im Artikel „FAU Hannover streikt an der Uni“

Wir, Beschäftigte an der Universität Hannover und des gesamten öffentlichen Dienstes des Landes Niedersachen, unterstützen den Arbeitskampf gegen den von der Hochschulrektoren-Konferenz vorgelegten „Wissenschaftstarifvertrag“.

Der Forderung der Vereinten Dienstleitungsgewerkschaft (ver.di) nach Übernahme des Tarifvertrags Öffentlicher Dienst (TVöD), der seit 1. Oktober für die Beschäftigten von Kommunen und des Bundes gilt, können wir uns hingegen nicht anschließen.

Denn: In dem ausgehandelten Tarifwerk ist so manche Kröte enthalten. Diese kann wohl nur jemand schlucken, der die noch dickeren Kröten der HRK vor Augen hat.

Was hält der TVöD für uns bereit ?!
-Einführung von Niedriglohngruppen
-Streichung von Sozialzuschlägen (für Verheiratete und Beschäftigte mit Kindern)
-Verlängerung der Arbeitzeit ohne Lohnausgleich (Von 38,5 auf 39 Stunden)
-Kürzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (für 60% der jetzigen Angestellten)
-Kürzung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld (je nach Entgeltgruppen auf bis zu 60%
der bisherigen Jahressonderleistungen)
-Reduzierung auf 15 Entgeltgruppen, Zeit- und Bewährungsaufstiege fallen weg,
-Einführung leistungsabhängiger Gehaltsbestandteile.
-Lange Laufzeit von 35 Monaten und damit Friedenspflicht!

Was fordern wir!
-Outsourcing wird durch Tarifierung von Niedriglöhnen nicht verhindert. Stattdessen
wird die Lohnspirale nach unten nur noch beschleunigt. Mögliche Versuche der
Arbeitgeber, Bereiche aus den Betrieben auszulagern, müssen mit der
Solidarisierung aller Beschäftigten beantwortet werden, nötigenfalls mit
unbefristeten Arbeitskampfmaßnahmen.
-Die Ortszuschläge für Beschäftigte mit Familien müssen erhalten bleiben.
-Minimal-Forderung: Beibehaltung der 38,5-Stunden-Woche bei vollem Lohn.
-Beibehaltung der bisherigen Regelungen im Krankheitsfall, weil diese vor allem
ältere Beschäftigte und durch chronische Krankheiten Benachteiligte schützen.
-Keine versteckten Lohnkürzungen wie z.B. bei den Jahressonderleistungen!
-Mindest-Erhöhung aller Entgelte um die Inflationsrate!

Gebt Euch nicht mit weniger zufrieden! Kein Arbeitskampf für eine Verschlechterung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen! Gleiche Verträge für alle Beschäftigten (rückwirkend für neu Eingestellte und studentische Hilfskräfte) an der Uni auf Grundlage des BAT.

Schliesst Euch zusammen, mobilisiert die Kolleginnen und Kollegen!

Beschäfigte der Uni-Hannover und des gesamten öffentlichen Dienstes, organisiert in der Freien ArbeiterInnen Union (FAU), OG Hannover