Die Zahl angestellter Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich wächst

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) stellen immer mehr abhängig beschäftigte Mediziner/-innen ein

Die Zahl der angestellten Ärzte/ -innen im ambulanten Bereich wächst. Der Grund: Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind weiter auf dem Vormarsch. Zwar ist deren Anteil im Verhältnis zu den klassischen Einzel- und Gemeinschaftspraxen weiter gering. Doch anders als in den Praxen ist die Anstellung von Ärzten/-innen in MVZ nicht limitiert.

Konkurrentinnen

Die niedergelassenen Ärzte/-innen beobachten den Bedeutungszuwachs der MVZ mit Sorge. Sie sehen sich einem harten Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. Insbesondere große private Krankenhausträger nutzten diese Möglichkeit, um ihr Tätigkeits- und Einnahmefeld auf die ambulante Versorgung auszuweiten. Nicht zuletzt mit dem Ziel, durch das Angebot einer „Rundumversorgung“ potentielle Kunden/-innen, also Patienten/-innen, noch stärker an sich zu binden.

Was sind MVZ?

Die Einrichtung Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) wurde mit dem GKV-Modernisierungsgesetz 2004 ermöglicht. Anknüpfend an das System der Polikliniken der DDR arbeiten Fachärzte/-innen oder psychologische Psychotherapeuten interdisziplinär unter ärztlicher Leitung zusammen. Mindestens zwei zugelassene Vertragsärzte/-innen verschiedener Fachrichtungen sind hierfür Voraussetzung. Der ärztliche Leiter muss selbst als Vertragsarzt oder im Angestelltenverhältnis für das MVZ tätig sein. In den MVZ können beliebig viele zugelassene Ärzte/-innen abhängig beschäftigt werden.

Die wirtschaftlichen Vorteile medizinischer Versorgungszentren liegen auf der Hand: Kosteneinsparungen u.a. durch gemeinsame Nutzung teurer medizinischer Geräte, der Personalstruktur und Entlastung von verwaltungstechnischen Aufgaben. Auf der anderen Seite locken sie mit kurzen Wegen für die Patienten/-innen.

Zahlen

Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung waren im 3. Quartal 2011 1.750 medizinische Versorgungszentren zugelassen. Von den in MVZ insgesamt tätigen 9.571 Ärzten/-innen waren 8.257 angestellt, 1.314 sind Vertragsärzte/-innen. Der Anteil der Gründer von MVZ verteilte sich wie folgt: 41,9 Prozent sind in Vertragsarztträgerschaft, 37,9 Prozent in der Trägerschaft von Krankenhäusern. Demgegenüber gab es zu jenem Zeitpunkt 82.683 vertragsärztliche Einzelpraxen und 20.515 Gemeinschaftspraxen in Deutschland. Im 1. Quartal 2011 arbeiteten 86.835 Ärzte/-innen in den Einzelpraxen und 51.398 Mediziner/-innen in Gemeinschaftspraxen.[1]

fm

Anmerkungen

[1] Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für 2011