Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein

bild17DGSP-N rückt mit Tagung Arbeitsbedingungen in der Psychiatrie Tätiger in den Mittelpunkt

Einer überaus interessanten, bisher kaum über Gewerkschaftskreise hinaus thematisierten Problematik widmete sich eine von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie – Landesverband Niedersachsen (DGSP-N) organisierte Tagung, die am 11. Juni 2015 im Sozialzentrum der KRH Psychiatrie Wunstorf stattfand: Den sich verändernden Arbeitsbedingungen der in Psychiatrie Tätigen und deren Auswirkungen auf die Qualität ihrer Arbeit.

Bild: Auch mal ’ne Pause einlegen … – Foto: Jens Kammradt

Im Mittelpunkt der Referate und Workshops, die aus wissenschaftlicher, praktisch- therapeutischer sowie gewerkschaftlicher Perspektive die Auswirkungen der Ökonomisierung, der zunehmend auf Wettbewerb und auf Gewinnstreben ausgerichteten psychiatrischen Versorgung beleuchteten, standen dabei die Ursachen der immer mehr ins Hintertreffen geratenden sozialpsychiatrischen Ansätze selbst: Personalabbau, Arbeitsintensivierung, die Privatisierung öffentlicher Daseinsvorsorge sowie die sich verändernden gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ein Hintergrund, vor dem der Spagat zwischen den hohen eigenen Ansprüchen an die Qualität der Arbeit und auferlegten Sachzwängen für die in der Psychiatrie Tätigen immer schwieriger auszuhalten ist.

Fazit: Der DGSP-N und den über hundert Teilnehmer/-innen, darunter Beschäftigte unterschiedlicher Profession und aus den verschiedensten psychiatrischen Einrichtungen sowie Psychiatrieerfahrene, ist mit dieser Tagung der Anstoß einer gut verzahnten Diskussion über berufsethische, gesellschaftspolitische und betrieblich-gewerkschaftliche Ansätze in der psychiatrischen Versorgung gelungen. Eine Debatte, die hoffentlich ihre Fortsetzung findet.

fm (GGB-Hannover)